Mittwoch, 27. April 2016

Videowalking in Tübingen

Nach meinem Abstecher nach Herrenberg ging es unter der Autobahn hindurch auf der Landstraße nach Tübingen. In und nach Tübingen wurde zwar keine einzige Straße verbessert (und wir sprechen hier von den letzten 30 Jahren, in welchen immer mal wieder nach Tübingen kam), sondern in jüngster Zeit verkleinert und mit einem Tempolimit von 30 Kilometer pro Stunde versehen. Das war auf der Hinfahrt um 15 Uhr kein Problem, wohl aber später. Ich hatte kein bestimmtes Parkhaus im Kopf, sondern wollte möglichst nah am Zentrum parken. Das war dann im Parkhaus Altstadt-Mitte am Stadtgraben. Ein echt schwäbisches Parkhaus, denn hier wurde an jedem unnötigen Zentimeter bei der Durchfahrt gespart. Eigentlich hätte ich gleich nach der Einfahrt rechts abbiegen müssen, aber das war mir entgangen. Ich konnte also nur noch in die Tiefe entweichen und fand schließlich in der untersten Ebene einen Parkplatz, welcher das Ein- und Aussteigen noch zuließ. Schwergewichte können hier gleich im Auto bleiben. Und wenn man wie ich rückwärts einparkt, kann man die Heckklappe nicht öffnen. Auch hier wurde gespart und zwar an der Höhe der Decke. Aber man befindet sich gleich hinter der Ausgangstüre in einem Supermarkt und gelangt über Rolltreppen bequem an die Oberfläche in der Tübinger Innenstadt. Die Kamera habe ich gleich hinter dem Ausgang in der Straße "Im Nonnenhaus" eingeschaltet. Hier fließt ein kleiner Bach durch und man hier draußen sitzen, was sehr viele Leute zu so früher Zeit taten. Mein erster Weg führte mich hinauf zur Stiftskirche, vor welcher wir eine Performance sehen. Hier ist fast zu jeder Jahreszeit etwas los. Dann ging es weiter zum Rathaus, welcher zur Zeit noch immer eine Baustelle ist. Nach einem kurzen Blick von oben auf den Marktplatz ging es hinter den Kulissen des Rathauses über den Marktplatz und die Stiftskirche in Richtung Neckar. In der Neckargasse sieht man zwei Warteschlangen vor Eiscafes und und unten auf der Neckarbrücke dann zahlreiche Eis leckende junge Menschen auf der nicht ungefährlich hohen Mauer des Neckarufers sitzen. Auf der Insel im Neckar endet dieser Rundgang durch Tübingen bei schönem Frühlingswetter.


Dienstag, 26. April 2016

Virtueller Spaziergang durch Herrenberg bei Stuttgart

An Herrenberg kommt man immer dann vorbei, wenn man auf der Autobahn A 81 vom Bodensee in Richtung Norden fährt oder wie ich nach Hause in Radolfzell. Da es auf diesem Autobahnabschnitt häufig zu Staus kommt, fährt man auch schon einmal durch Herrenberg hindurch. Aber in Herrenberg war ich noch nie. Das änderte sich erst letzte Woche als ich bei schönem Wetter einen Ausflug mit meiner Steadycam nach Herrenberg gemacht habe. Herrenberg ist in der Tat noch sehr viel schöner, als ich es mir vorgestellt habe. Von der Autobahn aus sind es nur zwei Minuten bis an das Ortsschild und einen Parkplatz hatte ich auch schnell gefunden. Auch wenn es an diesem sonnigen Nachmittag die letzte Parkmöglichkeit "Auf dem Graben" war, weil das nächstgelegene Café bereits voll belegt war und die Kunden kurze Wege bevorzugen. Ich ging dann zunächst in Richtung Marktplatz und begann hier mit der Aufzeichnung. Nach einem Rundumblick von oben über den Marktplatz geht es hinauf zur alles überragenden Stiftskirche. Von dort hat man schließlich einen Überblick über die komplette Stadt Herrenberg und die sie umgebende Landschaft. Nach einem Rundgang um die imposante Stiftskirche geht es wieder hinunter zum Marktplatz und dann über die Tübinger Straße, die Spitalgasse sowie die Badgasse weiter bis zu den Überresten der Stadtmauer von Herrenberg. Unterwegs sieht sehr viele und sehr schöne alte Fachwerkhäuser. Die Altstadt von Herrenberg ist vergleichsweise noch sehr gut erhalten und durchaus eine Anreise wert. Mit meinem Videowalk kann man mitten in ein Stück Zeitgeschichte eintauchen und das Leben sowie die Leute beobachten.


Montag, 25. April 2016

Virtueller Spaziergang in Einsiedeln in der Schweiz

Spätestens ab Rapperswil ist die Anfahrt nach Einsiedeln aus dem Norden ein echter Hingucker. Das Wetter war letzte Woche am Dienstag sehr gut und deshalb fühlte ich mich in Rapperswil am Zürichsee schon richtig im Süden. Man fährt dann über einen Damm quer durch den Zürichsee mit Blick auf die jetzt noch mit viel Schnee bedeckten Berge. Auf der anderen Seeseite geht es dann kurz auf die Autobahn und dann über Feusisberg hinauf bis nach Einsiedeln. Wenn man die Umfahrungsstraße nimmt, dann führt einen die Etzelstrasse direkt zum berühmten Kloster. Kurz vor dem Kloster befindet sich rechts eine Schule und vor dieser Schule ein großer Parkplatz für Busse und Autos. Man kann zwar noch weiter in die Stadt hineinfahren, aber die Parkplatzsituation verschlechtert sich dann zusehends und außerdem will man etwas sehen und das beginnt hier an der Schule kurz vor dem Kloster. Wir befinden uns auch am Jakobsweg und am späteren Nachmittag trudeln hier die Pilger ein. Wir starten hier mit dem Videorundgang und gehen auf das Kloster zu. Links liegt der Kiosk und dann gehen wir am Haupteingang zur Kirche vorbei zum Klosterladen. Das Filmen in der Kirche ist verboten und am Klosterladen kann man erkennen, dass die Klosteranlage sehr weitläufig ist. Wir verlassen den Hof des Klosterladens und gehen zur Stadt hinunter. Der gegenüberliegende Stadtteil von Einsiedeln besteht aus Hotels und Restaurants und lebt von der touristischen Attraktion seines berühmten Klosters. Wir gehen anschließenden den Talkessel wieder hinauf bis zum Parkplatz und blicken hinüber zur Skisprungschanze oberhalb von Einsiedeln in den Bergen.


Donnerstag, 14. April 2016

Virtueller Rundgang durch die Musikstadt Trossingen

Die Intention meiner virtuellen Rundreisen ist es, jedem das reale Deutschland im Jahr 2016 zu zeigen und zwar jenseits der rosarot gefärbten Medien. Ich wohne zwar nur eine knappe halbe Stunde über die Autobahn A 81 entfernt von Trossingen, war aber noch nie in der Innenstadt. Meine Generation kennt Trossingen noch aus den Zeit der Firma Hohner, welche für ihre Akkordeons und Mundharmonikas weltweit berühmt war. Doch das ist heute weitgehend Geschichte und nur noch die Staatliche Hochschule für Musik knüpft an diese Tradition an. Beim Rundgang durch Trossingen bei schönem Wetter hört man aus vielen Häusern die Übungen der Musikstudenten an ihren Instrumenten. Und in den Straßen sieht man einige Musikinstrumente auf dem Rücken ihrer Musikanten. Auf der Suche nach dem eigentlichen Stadtmitte bin ich nicht richtig fündig geworden. Ich startete meine Kamera deshalb an einem schönen alten Haus in der Kirchstraße. Über die Löhrstraße ging es dann weiter in Richtung Marktplatz. Hier sieht man schon von weitem den Dinosaurier vom dazu gehörenden Museum im Auberlehaus. In der Hauptstraße bog ich dann nach links in Richtung Campus ab. Die Staatliche Hochschule für Musik ist heute das wahre Zentrum Trossingens. Hier war am meisten los und hier stehen die markantesten Gebäude. Direkt hinter dem Campus befindet sich das Kesselhaus und die historischen Fabrikationsanlagen der Firma Hohner. 1995 verließ die Firma Hohner dieses Firmengelände in der Stadt und siedelte in ein Gewerbegebiet am Stadtrand um. Seit dem Krisenjahr 1987 schrumpft das Unternehmen vor sich hin. Die Kernkompetenz der Herstellung von Musikinstrumenten konnte auch durch den frühen Einstieg in das Geschäft mit den Elektronikorgeln nicht verteidigt werden. Hier fehlten einfach die Synergieffekte durch eine deutsche Computerindustrie, welche leider nie zustande kam. Der Computer wurde zwar in Deutschland von Konrad Zuse erfunden, aber später in den USA und Japan gefertigt. Heute ist China der größte Produktionsstandort für Elektronikprodukte und auch die Entwicklung neuer Produkte erfolgt heute von Chinesen. Deshalb dienen die alten Fabrikgebäude der Firma Hohner heute als Lofts und Büros für Kommunikationsunternehmen. Wir verlassen das alte Firmenareal von Hohner über den Haupteingang und sehen uns noch ein paar schöne alte Häuser gegenüber an, bevor wir über die Cluser Straße in die Bahnhofstrasse gehen. Dort endet unser Rundgang durch die Stadt Trossingen, welche dringend eine Neuausrichtung sucht. Touristisch kann Trossingen wenig aufbieten und als Einkaufsstadt ist sie nicht anzusehen. Die Musikstadt muss sich tummeln, bevor die Musik endgültig verstummt.

    

Virtueller Rundgang durch die Ruine Hohenschramberg im Schwarzwald

Wenn man von der Autobahnabfahrt bei Rottweil ankommend die Serpentinen nach Schramberg hinunter fährt, dann sieht man sie schon auf dem gegenüberliegenden Berg: Die Burgruine Hohenschramberg. Leider ist dann die Anfahrt zur Ruine nicht ganz so einfach, wie es scheint. Einfacher wäre im Frühjahr 2016 der Aufstieg zu Fuß von Schramberg aus. Das hätte mich zwar gereizt, aber mir fehlte die Zeit. So fuhr ich nach der Ausschilderung in Schramberg durch den Tunnel und dann über die Lauterbacher Straße den Berg hinauf. Dabei kommt man nebenbei bemerkt am Werksverkauf von Junghans vorbei. Doch auch dafür hatte ich keine Zeit. Ich werde es aber beim Ausflug nach Offenburg nachholen. Vor Lauterbach geht es dann rechts hinauf in den Wald zur Ruine Hohenschramberg. Doch am 11. April 2016 war diese offizielle Strecke wegen Straßenbauarbeiten gesperrt und eine großzügige Umleitung über Lauterbach ausgeschildert. Die Straßen wurden dabei immer schmaler und der Umweg zusehends immer weiter. Zum Glück kam an einem Montag niemand entgegen, weil nur wenige Ausweichmöglichkeiten in den steilen Bergen des Schwarzwalds vorhanden waren. Außerdem kam man an abgelegenen Bauernhöfen vorbei, an welchen das Leben noch in Ordnung war. Bei einem Hof war zwar niemand zu sehen, aber alle Türen geöffnet. So muss es früher überall auf dem Land gewesen sein. Kurz bevor ich aufgeben wollte, hatte ich nach einer halben Stunde endlich mein Reiseziel erreicht. Der Parkplatz war leer (wen wundert es da noch) und auf der Ruine weilten insgesamt nur 3 Besucher, welche zu Fuß den Berg hinaufgestiegen waren. Von der ursprünglichen Größe der Burg ist noch einiges zu sehen und sie ist auf einem sehr steil abfallenden Fels errichtet worden.Dementsprechend gigantisch ist der Ausblick auf Schramberg und den sie umgebenden Schwarzwald. Der Ausflug lohnt sich also auf jeden Fall und der normale Anfahrtsweg dürfte auch bald wieder frei sein.

Mittwoch, 13. April 2016

Virtueller Rundgang durch St. Georgen im Schwarzwald

Wenn man mit dem Auto von Hornberg in Richtung Villingen-Schwenningen fährt, dann kommt man eigentlich den Ortsschildern zufolge durch St. Georgen im Schwarzwald. Meint man zumindest. Doch die wirkliche Stadt liegt oben auf dem Berg und da bin ich kürzlich erstmals hinauf gefahren. Die Bundesstraße 33 führt lediglich durch das Industriegebiet, in welchem im letzten Jahrhundert der Mercedes unter den Plattenspielern seinen Hauptsitz hatte: DUAL. Das wurde mir selbst auch erst wieder bewusst, als ich bei meinem Rundgang plötzlich vor dem Deutschen Phonomuseum stand. Und dies obwohl ich vor einem Vierteljahrhundert noch die kümmerlichen Überreste von DUAL besichtigt hatte. Heute steht St. Georgen leider für nichts mehr. Das Technologiezentrum und ebm Papst können mich jedenfalls nicht davon überzeugen, dass sich hier jemand auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet hätte. Doch sehen Sie selbst. Wir starten in der Friedrichstraße in der Nähe des überdimensionierten EDEKA-Lebensmittelmarkts und gehen durch die Fußgängerzone im Charme der siebziger Jahre bis zur Gewerbehallestraße. Dieser folgen wir links in die Bahnhofstrasse und stehen dann unvermittelt vor dem Deutschen Phonomuseum. Zumindest vor dessen unübersehbarer Beschilderung. Dann geht es über den Bärenplatz über die Hauptstrasse am Rathaus vorbei. Auch das Rathaus wurde erkennbar mit den noch sprudelnden Gewerbesteuern von DUAL und anderen Unternehmen vor Ort geplant. Ob es damit noch bezahlt wurde ist sehr unwahrscheinlich. Denn mit dem Ende der siebziger Jahre ging das deutsche Wirtschaftswunder endgültig von der Bühne ab. Es folgte dann dann die kurze japanische Ära, welche mit dem Cassettenrecorder, dem Walkman und dem Videorekorder das Zeitalter der Schallplatten ablöste. Hinter dem Rathaus sieht man rechts die Gebäude der Elektromotorenfabrik ebm-Papst (dem deutschen Zusammenschluss mehrerer bis 2003 unabhängiger Unternehmen, welches als eine Art von Vorstufe des Untergangs von Branchen zu sehen ist) und dann geht es noch weiter bis zur Lorenzkirche und hinunter zu einem längst verwelkten Stadtpark aus den fünfziger Jahren. Die innerstädtischen Straßen sind zwar in einem guten bis sehr guten Zustand, aber das Zentrum von St. Georgen ist aus der Sicht des Einzelhandels bald tot. Mit KIK und Co. kann man im Industriegebiet leben, aber in der Innenstadt ist das der sichtbare Anfang vom Ende. Hier kommt man nicht zum Shopping und sehen bzw. gesehen zu werden. Architektonisch gibt es hier nur sehr wenig zu bewundern und die noch vorhandenen Geschäfte sind austauschbar. Da muss man nicht extra auf den Hügel zu fahren. Das kauft man alles besser unten im Tal. Im Standbild des Videos ist übrigens das Rathaus mit Brunnen zu sehen.

    

Virtueller Spaziergang durch Rheineck am Bodensee in der Schweiz

Eigentlich wollte ich mir St. Margrethen etwas genauer anschauen, schließlich bin ich schon sehr oft über die Autobahn A 1 an dieser Ortschaft vorbeigefahren. St. Margrethen wurde bei mir bislang als Stadt geführt, doch nun entpuppte es sich bei der ersten Durchfahrt als Dorf. Also hatte ich bei meinen Vorbeifahrten in der Vergangenheit nicht viel verpasst. Und wenn man die Autobahn schon wegen St. Margrethen verlassen hat, dann fährt man einfach auf der Landstraße in Richtung Rorschach weiter. Und hier entpuppte sich Rheineck als echter Hingucker. Ich war so fasziniert, dass ich keinen Parkplatz mehr sah und am Ortsende umdrehen musste. Am Bahnhof hatte ich Parkmöglichkeiten gesehen und dies war dann auch der beste Ausgangspunkt für einen Rundgang durch Rheineck. Obwohl eigentlich in der Nähe des Bodensees gelegen, sieht man vom Bahnhof nur auf die altbekannte Autobahn. Also ging es über die Bahnhofstrasse am Rathaus vorbei in die Hauptstraße und dort nach links bis zur Kirche. Wenn man den Bodensee sehen möchte, dann muss man nur die Treppe zum Friedhof oberhalb der Kirche gehen. Dazu fehlte mir die Zeit, weil es bald dunkel wurde. Ich ging deshalb die Hauptstraße wieder zurück, weil hier die schönsten Häuser stehen. Am Ende der Hauptstraße ging es dann nach links in die Thalerstraße bis zum Schulhaus. Um ein schönes Haus auf der anderen Seite der Straße frontal zu filmen ging es am Schulhaus wieder zurück in die Hauptstraße und dann zur Bahnhofstrasse, um die ebenfalls sehr attraktiven Häuser gegenüber des Bahnhofs zu zeigen. Obwohl die Schweiz im zweiten Weltkrieg weitgehend (manchmal haben sich die Bomber bei schlechtem Wetter verflogen und dann mitten am Tag aus Versehen Bomben auf Zürich abgeworfen) von Bombenangriffen verschont wurde, wurden trotzdem altehrwürdige Häuser später abgerissen. Das sieht man im Video gleich zu Beginn links neben dem Rathaus. Dort klafft eine frische Lücke. Was also der Krieg verschont hat, das fällt heute der Abrissbirne zum Opfer. Und trotzdem verfügt Rheineck noch über ein Stadtbild, wonach man in Deutschland lange suchen muss. Aber weil der Erhalt der älteren Häuser den Besitzern anheim gestellt wird, werden die baulichen Lücken vermutlich weiter zunehmen. In Deutschland führt das dann zu einem völlig veränderten Stadtbild, wie man in meinem späteren Video von Trossingen noch genauer sehen wird. Doch bleiben wir vorerst noch in Rheineck in der Schweiz. Hier finden Sie den Rundgang durch die Innenstadt im Video:


Dienstag, 12. April 2016

Virtueller Spaziergang durch Feldkirch in Österreich

Auf meinen Rückweg aus Vaduz wollte ich einmal quer durch das ganze Fürstentum Liechtenstein fahren, denn ich war auf der Suche nach meiner nächsten Location. Wenn ich in Schaan auf die Schnelle einen Parkplatz im Zentrum gefunden hätte, dann wäre ich noch einmal in Liechtenstein ausgestiegen. Aber Schaan hatte architektonisch nichts, was eine längere Parkplatzsuche gerechtfertigt hätte. Deshalb ging es über die nicht mehr vorhandenen Zollstation über die Staatsgrenze nach Österreich. Die nächste größere Stadt ist Feldkirch und weil hier Außenszenen für den James Bond Film A QUANTUM OF SOLACE gedreht wurden, musste die Stadt wohl auch etwas für mein Auge sein. Dem war auch auf den ersten Blick so, aber nicht annähernd so einfach gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Parkplatz in der Nähe des Stadtzentrums. Mehr durch Zufall und knapp vor dem Tunnel zur Autobahn wurde ich in der Wichnergasse fündig. Hier steht man unterhalb der Schattenburg und hier beginnt auch meinen nachfolgender Rundgang im angehängten Video. Weil an diesem Tag der Durchgang zum Domplatz wegen Bauarbeiten gesperrt war, muss ich zum Verkehrsknotenpunkt am Pfarramt St. Nikolaus laufen. Erst dann gelangte ich hinter dem Katzenturm in die Altstadt. Über die Kreuzgasse ging es zur Marktgasse und dann an der Johanniterkirche vorbei zum Kongresszentrum von Feldkirch, welches wie viele andere Kongresszentren im deutschsprachigen Raum ungenutzt ist. Gleich daneben ist ein Wehr der Elektrizitätswerke zu sehen, weil wir dann auch schon am Ufer eines reißenden Flusses angekommen sind. Es handelt sich um die Ill, welche uns vom imposanten Gebäude des Landeskonservatoriums (ist im Startbild meines Videos zu sehen) trennt. Wir gehen dann zurück über den neu gestalteten Vorplatz des Kongresszentrums. An dessen Ende sieht man auf die Vorstadt, welche gerade aus einem tieferen Schlaf erwacht und vielleicht einmal das schönste Wohnviertel in der Innenstadt von Feldkirch werden könnte. Über die Gymnasiumgasse und die Schmiedgasse gelangen wir dann doch noch zum Domplatz, welcher gerade umgebaut wird. Durch einen klassischen Filmschnitt geht der Rundgang in der Neustadt weiter und endet am Ausgangspunkt unter der Schattenburg. Insgesamt hat Feldkirch bei mir den Eindruck hinterlassen, dass es sich hier um eine der weniger reichen Gegenden von Österreich handelt. Insbesondere das Polizeigebäude in der Schmiedgasse könnte dringend eine neue Fassadenfarbe gebrauchen. Das Haus sieht aus, als wäre es schon lange nicht mehr renoviert worden. Die öffentliche Toilettenanlage in diesem Haus kann mit den heutigen touristischen Anforderungen längst nicht mehr mithalten. Mir gefallen zwar diese alten Häuser, weil sie mich an die eigene Jugend in den sechziger Jahren erinnern. Aber ich dürfte so ziemlich der einzige sein, welcher diesem morbiden Charme etwas abgewinnen kann.

  

Samstag, 9. April 2016

Virtueller Rundgang durch Vaduz im Fürstentum Liechtenstein

Ende 2005 war ich erstmals in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein zu einem geschäftlichen Termin. Zum zweiten Mal war ich im Sommer 2009 erneut in Vaduz. Dieses Mal wollte ich einer Besucherin aus China das Fürstentum Liechtenstein zeigen. Die Innenstadt von Vaduz ist sehr überschaubar, weil es ein kleines Land ist. Deshalb war ich am vergangenen Montag ziemlich überrascht, als ich zum dritten Mal nach Vaduz reiste und nun eine ganz neue Seite von Vaduz kennen lernte: Einen Hauch von Großstadt. In den letzten Jahren wurde einiges gebaut und alles eine Nummer zu groß. Aber im Fürstentum Liechtenstein muss es finanziell gut laufen. Anders ist dies kaum zu erklären. Auf der Suche nach einem Parkplatz landete ich auf einem großen Parkplatz vor der Kathedrale St. Florian. Auch die Kathedrale wird gerade vollständig renoviert. Auf dem Parkplatz vor der Kathedrale kann man sogar eine Stunde kostenlos parken und befindet sich direkt an der Innenstadt. Neu für mich ist der Peter Kaiser Platz. Hier hat man richtig geklotzt und kann nun durchaus mit anderen Metropolen mithalten, wenn auch etwas kleiner aber nicht zu klein. Besonders eindruckend ist der Garten mit Kirschbäumen an diesem Platz, welche diese Woche zum Vergnügen asiatischer Touristen in voller Blüte stehen. Dann ging es vorbei am Landtag von Liechtenstein und dem Landesmuseum. Alles entweder neu erbaut oder frisch renoviert. Im Liechtenstein Center steht ein Thron im Fenster, aber man sieht von außen nicht, ob man auch darauf Platz nehmen darf. Was man hingegen überall sieht, sind asiatische Touristen. Die wirtschaftlich stärkeren Chinesen haben die Japaner aus früheren Tourismuszeiten verdrängt. Das sieht man ganz am Ende der Shoppingmeile beim Juwelier, welcher sogar in seinen Werbepostern asiatische Menschen zeigt. Wir sehen im Vorbeigehen auch ein chinesisches Lifestyle-Paar, welches gerade das Geschäft verlässt. Dem Chinesen ist die vorbeigehende Kamera zwar sichtlich unangenehm, aber er kann hier nichts dagegen machen. In China hätte dies sicherlich Konsequenzen gehabt, weil dies kein gewöhnlicher Tourist ist.

Zurück geht es über die Hauptverkehrsstraße der Hauptstadt und in dem einen oder anderen Schwenk der Kamera sieht man dank Fischauge auch die Burg weit über der Stadt. Es sind kurze Wege in Vaduz. Man kann eine Sightseeing-Tour in 45 Minuten absolvieren, ohne etwas übersehen zu haben. Aber schauen Sie nun selbst:

    

Freitag, 8. April 2016

Über das Videoformat der virtuellen Spaziergänge

Auf das Videoformat der virtuellen Spaziergänge bin ich schon vor über einem Jahr auf youtube gestoßen. Insbesondere auf die Videos eines Holländers in Asien. Das erste Video von ihm, welches ich mir angesehen habe, wurde in Jakarta/Indonesien gedreht. Das klassische Streetfilming beginnt bei ihm an einem Punkt in der jeweiligen Stadt und führt über eine Stunde lang über zum Teil verschlungene Wege und Straßen durch die Städte, welche er bereits bereist hat. Und das ohne Ansage von ihm oder Musik. Es ist einfach ein Spaziergang mit einer Steadycam mit Originaltönen. Der Vorteil des Streetfilming ist das realitätsnahe Darstellen von touristischen Destinationen. Bei geschnittenen und vertonten Tourismus-Videos bekommt man in der Regel immer einen falschen Eindruck von Städten, Landschaften usw. Weil solche Videos naturgemäß etwas verkaufen müssen, wird die Realität häufig ausgeblendet. Dies führt dann zur Enttäuschung der Touristen vor Ort, aber dann ist es bereits zu spät. Man hat die Reise bereits bezahlt und befindet sich mittendrin. So erging es mir bei meinem ersten Trip 1987 nach New York. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass das reale New York nicht das echte New York sein kann. In den Imagefilmen von New York sah man nur die tollen Hochhäuser und zum Beispiel nicht den wahren Zustand von New Yorks Straßen. Solche verschlissenen Straßen haben ich erst zwei Jahre später wieder in der DDR gesehen und heutzutage in NRW. Aber auch Los Angeles ist nur in einer kleinen Ecke so toll, wie man es in Filmen serviert bekommt: In Beverly Hills. Beverly Hills ist in Wirklichkeit sogar noch viel schöner als in allen Filmen. Das ist aber auch das einzige Beispiel für den umgekehrten Effekt im Tourismusmarketing.

Streetfilming (oder auch virtuelle Spaziergänge genannt) stellen einfach die Wirklichkeit dar. Man kann sich durch solche Videos auf Reisen vorbereiten und gegebenenfalls auch darauf verzichten, wenn man die Realität gesehen hat. Außerdem kann man damit virtuelle Reisen antreten, welche man überhaupt nicht realisieren möchte oder gesundheitlich nicht mehr verwirklichen kann. Außerdem bin ich der Überzeugung, dass die zukünftigen Google Streetviews ohne solche Videos gar nicht mehr auskommen wird. Statische Bilder bilden auch nur einen Teil tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort ab. Deshalb findet man heute schon 360 Grad Fotos bei Google Streetview. In solchen Fotos kann man auch heute schon zum Teil hinter die Kulissen schauen. Und dieser Trend wird sich fortsetzen, zumal das echte Reisen in naher Zukunft wieder teurer werden wird und der Massentourismus der jüngeren Geschichte angehören wird.

Ich werde deshalb in diesem Blog regelmäßig neue virtuelle Spaziergänge bzw. Rundgänge durch Städte, Bauwerke und andere interessante Plätze vorstellen.
Bei Konstanz-Egg am Bodensee

Allensbach am Bodensee

Stolberg bei Aachen