Dienstag, 12. April 2016
Virtueller Spaziergang durch Feldkirch in Österreich
Auf meinen Rückweg aus Vaduz wollte ich einmal quer durch das ganze Fürstentum Liechtenstein fahren, denn ich war auf der Suche nach meiner nächsten Location. Wenn ich in Schaan auf die Schnelle einen Parkplatz im Zentrum gefunden hätte, dann wäre ich noch einmal in Liechtenstein ausgestiegen. Aber Schaan hatte architektonisch nichts, was eine längere Parkplatzsuche gerechtfertigt hätte. Deshalb ging es über die nicht mehr vorhandenen Zollstation über die Staatsgrenze nach Österreich. Die nächste größere Stadt ist Feldkirch und weil hier Außenszenen für den James Bond Film A QUANTUM OF SOLACE gedreht wurden, musste die Stadt wohl auch etwas für mein Auge sein. Dem war auch auf den ersten Blick so, aber nicht annähernd so einfach gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Parkplatz in der Nähe des Stadtzentrums. Mehr durch Zufall und knapp vor dem Tunnel zur Autobahn wurde ich in der Wichnergasse fündig. Hier steht man unterhalb der Schattenburg und hier beginnt auch meinen nachfolgender Rundgang im angehängten Video. Weil an diesem Tag der Durchgang zum Domplatz wegen Bauarbeiten gesperrt war, muss ich zum Verkehrsknotenpunkt am Pfarramt St. Nikolaus laufen. Erst dann gelangte ich hinter dem Katzenturm in die Altstadt. Über die Kreuzgasse ging es zur Marktgasse und dann an der Johanniterkirche vorbei zum Kongresszentrum von Feldkirch, welches wie viele andere Kongresszentren im deutschsprachigen Raum ungenutzt ist. Gleich daneben ist ein Wehr der Elektrizitätswerke zu sehen, weil wir dann auch schon am Ufer eines reißenden Flusses angekommen sind. Es handelt sich um die Ill, welche uns vom imposanten Gebäude des Landeskonservatoriums (ist im Startbild meines Videos zu sehen) trennt. Wir gehen dann zurück über den neu gestalteten Vorplatz des Kongresszentrums. An dessen Ende sieht man auf die Vorstadt, welche gerade aus einem tieferen Schlaf erwacht und vielleicht einmal das schönste Wohnviertel in der Innenstadt von Feldkirch werden könnte. Über die Gymnasiumgasse und die Schmiedgasse gelangen wir dann doch noch zum Domplatz, welcher gerade umgebaut wird. Durch einen klassischen Filmschnitt geht der Rundgang in der Neustadt weiter und endet am Ausgangspunkt unter der Schattenburg. Insgesamt hat Feldkirch bei mir den Eindruck hinterlassen, dass es sich hier um eine der weniger reichen Gegenden von Österreich handelt. Insbesondere das Polizeigebäude in der Schmiedgasse könnte dringend eine neue Fassadenfarbe gebrauchen. Das Haus sieht aus, als wäre es schon lange nicht mehr renoviert worden. Die öffentliche Toilettenanlage in diesem Haus kann mit den heutigen touristischen Anforderungen längst nicht mehr mithalten. Mir gefallen zwar diese alten Häuser, weil sie mich an die eigene Jugend in den sechziger Jahren erinnern. Aber ich dürfte so ziemlich der einzige sein, welcher diesem morbiden Charme etwas abgewinnen kann.
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